Was ist Latex? Mr Beam erklärt’s

Was ist Latex

Was ist Latex? Diese Frage beantworten wir dir in unserem beliebten Materialguide. Egal ob Sperrholz, Acryl, Schiefer oder Moosgummi. Wir informieren dich zu deinen Lieblingsmaterialien.

Unter dem Begriff Latex versteht man einerseits den Milchsaft des Kautschukbaumes, aus dem Naturkautschuk gewonnen wird. Andererseits bezeichnet Latex im alltäglichen Sprachgebrauch auch den Naturkautschuk selbst sowie dessen synthetische Varianten. Syntheselatex wird aus Erdöl hergestellt. Je nach Einsatzbereich müssen bestimmte Latex Eigenschaften vorhanden sein: Das Material kann schaumartig sein oder eher an eine dünne Gummihaut erinnern. Latex ist ein dehnbarer und reißfester Stoff, der sehr häufig in der Herstellung von Kleidung und Schutzbekleidung zum Einsatz kommt. Um Naturlatex herzustellen, wird zuerst der Milchsaft abgeschöpft.

Anschließend wird eine Mischung aus Milchsaft und Schwefel erhitzt. Dieses Verfahren nennt man Vulkanisation. Syntheselatex hingegen wird aus ungesättigten Kohlenwasserstoffen wie Butadien im Labor hergestellt. Bei der Herstellung kann das Material genau auf seinen späteren Anwendungszweck hin zugeschnitten werden, was erhebliche Vorteile für die Industrie mit sich bringt.


Was ist Latex: Wie wird Latex hergestellt?

Latex Ernte

Naturlatex wird aus dem Kautschukbaum gewonnen, der in den Tropen wächst. Bereits die Maya wussten um den Milchsaft, den sie gerinnen ließen und zu Bällen formten. Später nutzten die Azteken den Saft des "weinenden Baumes", um Gegenstände zu beschichten. Entdecker wie Christoph Columbus schenkten Kautschuk nur wenig Beachtung. Erst mit Charles Goodyear und der Entwicklung der Vulkanisation im 19. Jahrhundert konnten die Weichen für die heutige Gummiproduktion gestellt werden.

Latex Baum

Bevor man mit der Latex-Ernte beginnen kann, muss der Baum mindestens fünf Jahre alt sein. Die Baumrinde wird schräg angeschnitten. Der aus dem Baumstamm fließende Saft wird in einem Behälter gesammelt. Pro Tag liefert ein Baum rund 20 g Milchsaft - ein Drittel davon ist Latex, der Rest ist Wasser. Der Milchsaft wird mit Essig- oder Ameisensäure angesäuert, wobei der geronnene Kautschuk abgeschöpft und zu Fellen ausgewalzt wird.

Latex Eigenschaften: Welche Eigenschaften hat Latex?

Bei Raumtemperatur ist das Material Gummi-elastisch. Das heißt, dass das Material stets zu seinem ursprünglichen Zustand zurückfindet. Beim Naturkautschuk sind die Isoprenmoleküle in kettenförmigen Knäueln miteinander verbunden. Indem das Material gedehnt wird, werden diese Knäuel gestreckt und somit parallel ausgerichtet. In einem chemischen Verfahren namens Vulkanisation werden Schwefelbrücken zwischen den einzelnen Ketten eingesetzt. Dadurch verringert sich die Beweglichkeit der Ketten. Um das Material zu verformen, wird nun mehr Kraft benötigt.

Was ist Latex: Welche Arten des Materials gibt es?

Man unterscheidet grob zwischen Natur- und Syntheselatex. Die erstere Variante wird aus dem Kautschukbaum gewonnen, die letztere hingegen wird aus Erdöl destilliert.

Dunloplatex geht auf Charles Goodyear zurück. Dieser entwickelte das sogenannte Dunlop-Verfahren, bei dem der Milchsaft zu Schaum aufgeschlagen und anschließend mit einem Geliermittel vermischt wird. Die Vulkanisation erfolgt durch heißen Dampf oder heißes Wasser, sodass der Latexschaum elastisch wird.

Talalaylatex wird ohne Aufschlagen hergestellt. Ebenso versucht man, auf chemische Zusätze zu verzichten. Im Vergleich zum Dunlop-Verfahren ist das Talalay-Verfahren sehr aufwendig, dafür ist das Endprodukt jedoch auch um einiges hochwertiger und kostspieliger. Eine Mischung aus Luft und Kohlendioxid lässt den Latex gelieren.

Darüber hinaus werden fortlaufend neue Verfahren entwickelt, um die Qualität von Latex zu verbessern. Dies ist vor allem für die Matratzen-Industrie bedeutend.

Was ist Latex: Was ist der Unterschied zwischen Synthese- und Naturlatex?

In der Vergangenheit wurde Latex aus Naturkautschuk hergestellt. Heute ist Naturlatex eher selten anzutreffen, viel häufiger kommt Syntheselatex zum Einsatz. Allerdings handelt es sich bei 40 % des weltweit produzierten Gummis um Naturkautschuk. In bestimmten Industriezweigen hat Naturkautschuk einen deutlichen Vorteil - beispielsweise bei der Herstellung von Autoreifen. In vielen Bereichen hat die synthetische Variante jedoch ihre Vorteile: Im Labor können die Latex-Eigenschaften nämlich optimiert werden. Die Ausgangsprodukte ebenso wie die Molekularstruktur werden beeinflusst, um ein bestimmtes Produkt zu erhalten. Somit kann man das Material dem jeweiligen Verwendungszweck anpassen.

Reifen Latex

Synthesekautschuk wird aus ungesättigten Kohlenwasserstoffen wie Butadien durch radikalische Polymerisation herstellen. Dabei treten verschiedene Verknüpfungen auf. Die Latex-Eigenschaften hängen direkt von der Art dieser Verknüpfungen ab. Genau wie beim Naturlatex müssen auch beim Syntheselatex Füllstoffe eingearbeitet werden, um das Produkt zu stabilisieren. Beliebt ist eine Mischung aus Butadien mit Styrol oder Acrylnitril. Bei rund 60 % des auf der ganzen Welt produzierten Synthesekautschuks handelt es sich um Styrol-Butadien-Kautschuk mit einem 25%igen Styrolanteil. Im Vergleich zu Naturlatex ist Syntheselatex weniger von Verschleiß befallen und auch alterungsbeständiger.

Was ist Latex: die Ursprünge des Syntheselatex

Die Herstellung von Syntheselatex haben wir dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Hermann Staudinger zu verdanken. 1920 stellte er fest, dass Naturkautschuk aus sehr großen Molekülen, den hochmolekularen Polymeren, aufgebaut ist. Diese Moleküle bezeichnete er als "Makromoleküle". Die Bildung dieser Makromoleküle durch kovalente Verknüpfungen nannte Staudinger "Polymerisation". Zuvor hatte Staudinger einen einfachen Weg für die Synthese von Butadien und Isopren gefunden, beides Ausgangsprodukte in der Herstellung von Syntheselatex. Staudingers Forschungsergebnisse ebneten den Weg für die Produktion zahlreicher synthetischer Stoffe. In den 1940er-Jahren erfanden die Brüder Joseph, Ansil und Leon Talalay das nach ihnen benannte Verfahren zur Herstellung von Latex.

Latex Eigenschaften: Was zeichnet Naturlatex aus?

In seiner rohen Form ist Naturkautschuk sehr elastisch und weich. Im Großen und Ganzen weist er eine eher schlechte Wärmebeständigkeit auf: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verhärtet er sich, bei 150 °C zerfließt er. Unter der Einwirkung von Licht und Sauerstoff zerfallen die Moleküle, was zu Brüchigkeit des Materials führt. Daher ist es wichtig, Rohkautschuk zu vulkanisieren, denn nur so ist das Material beständig. Die im Kautschukmolekül vorhandenen Doppelbindungen machen die Vulkanisation überhaupt möglich, sind jedoch auch für die Versprödung des Materials verantwortlich.

Latex Eigenschaften: Wie man Latex verwenden kann

Gummistiefel Latex

Kautschuk und Latex kommen in vielen verschiedenen Industriezweigen zum Einsatz. Matratzen, Yogamatten, Förderbänder, Gummistiefel und Kondome werden aus dem Material hergestellt. Doch der meiste Kautschuk - rund 75 % des Weltproduktion - entfällt auf die Herstellung von Autoreifen. An Latex wird ständig geforscht, um das Material den jeweiligen Bedürfnissen optimal anzupassen.

Nitrilkautschuk aus Butadien und Acrylnitril wird für Autodichtungen benutzt, Neopren hingegen findet bei der Produktion von Tauchanzügen Einsatz. Silikonkautschuke kommen in besonders großer Vielfalt vor. Jedes Produkt ist in seiner chemischen Zusammensetzung einzigartig und für einen bestimmten Industriezweig vorgesehen. Silikonkautschuke sind überaus temperaturbeständig und elastisch. Darüber hinaus sind sie auch sehr robust und weisen eine hohe Lebensdauer auf.

Latex schneiden leicht gemacht

Latex ist vielseitig einsetzbar, beispielsweise für Kleidung oder Raumdekorationen. Dabei müssen die Materialbahnen in kleinere Stücke geschnitten werden.

 

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