Was für Leder gibt es? Lederarten im Überblick

Lederarten im Überblick

In unserem neuesten Materialguide-Artikel nehmen wir das Material Leder genauer unter die Lupe. Hier erfährst du genau, was Leder für ein Material ist, welche Eigenschaften und Lederarten es gibt, sowie es hergestellt wird. Darüber hinaus lässt sich Leder auch sehr gut mit unserem Lasercutter bearbeiten.

Was ist Leder?

Lederarten

Leder ist ein faszinierendes Material. Seine Nutzung und Verarbeitung gehören zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten und sind untrennbar mit der Geschichte der Menschheit verknüpft. In der Ära der Jäger und Sammler dienten Häute oder Felle von Tieren zunächst vor allem dem Schutz vor Kälte, Nässe und Wind. Höhlenzeichnungen und andere Funde belegen, dass diese "Abfallprodukte" der Jagd unsere steinzeitlichen Vorfahren schon bald zu zahlreichen Verwendungszwecken inspirierten. In diesem Beitrag erfährst Du vieles Spannende über den Werkstoff Leder und seine Eigenschaften.

Wie wird Leder hergestellt?

Schleifgeräte aus Tierknochen benutzen die ersten modernen Menschen bereits vor 50.000 Jahren, um Tierhäute zu säubern und damit der Verwesung vorzubeugen. Aus den Rippen von Rotwild hergestellte sogenannte Lissoirs wurden benutzt, um das robuste Material weicher, glatter und wasserbeständiger zu machen. Für längere Haltbarkeit sorgte anfänglich das Einreiben des Leders mit Fett und Öl. Aus dieser ersten, noch primitiven Vorform der Konservierung entwickelten sich mit der Zeit immer ausgefeiltere Veredlungsmethoden.

Wichtigster Schritt auf dem Weg von der harten, getrockneten Tierhaut zum geschmeidigen Leder ist das Gerben. Es dient der Konservierung des Materials, das sich unbehandelt zersetzen würde, und stabilisiert es für die weitere Verwendung. Zudem bewirken die Gerbstoffe, dass die Eiweißfäden, aus denen Haut zu einem Drittel besteht, nicht verkleben und aushärten, sondern sich zu einem flexiblen, langlebigen Gewebe vernetzen.

Erst durch Gerben erhält Leder die Eigenschaften, die es für uns attraktiv machen

Im Europa des Mittelalters entwickelte sich das Gerben von Leder und Fellen zu einem eigenen Handwerksberuf. Bis ins 19. Jahrhundert hinein kamen während des - manchmal monatelangen -Gerbprozesses überwiegend pflanzliche Substanzen sowie Urin zur Anwendung. Mit fortschreitender Industrialisierung änderten sich auch die Techniken der Lederherstellung. Seit der Entdeckung der Chromsalze im Jahre 1858 ist die sogenannte Chromgerbung die wichtigste Gerbmethode. Sie wird noch heute verwendet. Da sie allerdings einen katastrophalen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, kommen mittlerweile ältere Techniken wie die Pflanzengerbung zu neuen Ehren.

Welche Eigenschaften hat Leder?

Leder hat mehrere Eigenschaften, die es seit jeher und bis heute zu einem der hochwertigsten und flexibelsten Werkstoffe der Welt machen. Gut behandelt und gepflegt, widersteht es Kälte, Nässe und kann, je nach Art und Veredlung, wie eine "zweite", stabilere Haut sogar vor Verletzungen schützen. Bis zu einem Grad ist jede Lederart geschmeidig, biegsam und elastisch. Entsprechend gegerbt und abhängig von der Materialstärke entwickelt Leder auch andere Eigenschaften. Dickes Leder beispielsweise kann hart, stabil und reißfest sein und diente in der Antike als Basismaterial für praktisch undurchdringliche Brustpanzer und Schilde. Überhaupt lassen sich zugeschnittene Lederstücke auf die verschiedensten Weisen in Form bringen und zusammenfügen, zum Beispiel durch Spann- und Strecktechniken, mit filigranen oder auch robusten Nähten sowie durch Verkleben. 

Die Bearbeitung mit gerbenden Substanzen verleiht Leder auch Eigenschaften wie die, antibakteriell zu wirken, besser zu isolieren als manch anderer Werkstoff und gleichzeitig atmungsaktiv und wasserabweisend zu sein. Last but not least sind da noch die ästhetischen Aspekte von Leder. Je nach Ausführung kommt es edel und elegant daher, burschikos oder verspielt, solide oder rustikal.

Welche Lederarten gibt es?

Leder

Um es vorwegzunehmen: Die Anzahl an Lederarten oder Ledersorten festzulegen oder auch nur ansatzweise zu schätzen, ist schlicht unmöglich. Das fängt an mit all den Tieren an Tieren, deren Haut sich zu Leder verarbeiten lässt, führt über mehr als 300 weltweit eingesetzte Gerbtechniken und endet mit den vielfältigen Verwendungszwecken dieses Materials. Der Übersichtlichkeit halber widmet sich jeder der folgenden Absätze jeweils einem Typ Leder, das seine Eigenschaften einer bestimmten Form der Zurichtung verdankt - das heißt, der Art der Färbung und dem Finish des bereits gegerbten Leders. Um besondere Ledersorten und ihre klassische Verwendung geht es im weiteren Verlauf dieses Beitrags.

Glattleder

Strenggenommen, ist "Glattleder" ein Oberbegriff für jede Lederart mit einer mehr oder weniger glatten Oberfläche (im Gegensatz zum Rauleder, siehe unten). Als gedeckt, zugerichtet oder oberflächenpigmentiert wird eine glatte Lederart bezeichnet, bei dem eine wasserabweisende Farb- und Schutzschicht für eine besonders unempfindliche Oberfläche sorgt.

Anilinleder

In der Umgangssprache hat sich die Bezeichnung Anilinleder für einen Ledertyp mit offenen Poren etabliert, der keinen Oberflächenschutz besitzt. Diese Lederart ist vollständig oder teilweise durchgefärbt und schmutzempfindlich. Durch die ungeschützten Poren kann Wasser ins Leder eindringen und dunkle, nicht entfernbare Flecken verursachen.

Nappaleder

Für die Herstellung von Nappaleder wird nur die weiche oberste Hautschicht (die eigentliche Haarseite) verwendet. Es kommt sowohl als zugerichtetes Glattleder wie auch als Anilinleder in den Handel und lässt die Struktur der Hautoberfläche erkennen.

Lackleder

Nicht ohne Grund wirkt diese hochglänzende, narbenfreie Lederart fast immer künstlich: Sie ist auf der Oberseite lackiert oder sogar mit einem spiegelglatten Kunststofffilm überzogen.

Rauleder

Ähnlich wie Glattleder allgemein für jede Lederart mit glattem Finish steht, ist Rauleder ein Sammelbegriff für Leder mit mehr oder weniger aufgerauter Oberfläche.

Nubukleder

Um die samtige Haptik von Nubukleder zu erzeugen, wird die oberste Hautschicht leicht angeschliffen. Das Ergebnis sind eine interessante Struktur, die durch die Unregelmäßigkeiten der Haarseite entsteht, und ein weicher, warmer Grip.

Veloursleder

Neben Nubukleder ist das besonders weiche und geschmeidige Veloursleder oder Suède die bekannteste Lederart mit angerauter Oberfläche. Auch Veloursleder besteht nur aus der oberen Hautschicht, allerdings wird für seine Produktion die untere Seit und nach außen gewendet.

Ein Wort zum Wildleder

Tipp: Verwende das Wort Wildleder (zumindest im Fachgeschäft) nicht als Synonym. Korrekterweise steht es für eine besonders weiche, samtige Lederart, die aus dem Fell von Hirsch, Reh, Elch und Vertretern der Hirsch-Familie gefertigt wird.

Wofür eignet sich Leder besonders gut?

Möbel aus Leder

Echte "Lederdomänen" sind die Welt der Möbel und die Welt der Bekleidung - Bereiche also, in denen Komfort, gute Haptik und/oder ansprechendes Aussehen eine wichtige Rolle spielen. Der größte Teil der handelsüblichen Ledersorten kommt heute von Tieren, die zur Fleischgewinnung gezüchtet werden. Entsprechend begegnen Dir beim Kauf von Lederprodukten überwiegend Rinds- und Schweineleder sowie die als besonders hochwertig geltenden Ziegen-, Lamm- und Kalbsleder.

Typische Verwendungszwecke der gängigsten Lederarten
  • Rindsleder: für robuste Schuhe und Taschen sowie Motorradkleidung, aber auch als Polsterleder, zum Beispiel für Auto und Möbel;
  • Schweineleder: preiswerte Lederkleidung und -accessoires;
  • Ziegenleder: eine besonders weiche und sehr dünne Lederart, aus der in der Regel Schuhe, Handschuhen und Taschen gefertigt werden;
  • Kalbsleder: wegen seiner festen, gleichmäßigen Struktur besonders für feines, aber langlebiges Schuhwerk, für Bekleidung, Bucheinbände und Schreibmappen geeignet,
  • Lammleder: weich, leicht, langlebig und häufig als Material für hochpreisige Mäntel, Jacken, Hosen, Kleider und Röcke genutzt.

Seltener anzutreffen - und entsprechen teuer - sind Produkte aus Ledersorten von Jagdwild oder exotischen Zuchttieren. Einige Beispiele:

  • Aus Hirschleder wird traditionelle Trachtenbekleidung gefertigt.
  • Straußenleder findet sich in der Produktion exklusiver Taschen und Hüte.

Die Häute von Krokodilen und Schlagen werden unter anderem zu Taschen und Schuhen verarbeitet.

Ledertaschen

Wie pflegeintensiv ist Leder?

Die berühmte "Krachlederne" - die traditionelle Lederhose bayrischer Burschen - ist eines der ganz wenigen ledernen Objekte, die umso besser aussehen, je häufiger sie getragen werden und je mehr Patina man ihnen gönnt. Von dieser Ausnahme abgesehen, kommst Du bei keiner Lederart um einen gewissen Pflegeaufwand herum, wenn Du lange Freude am jeweiligen guten Stück haben willst. Immerhin gibt es eine einfache Faustregel, wenn es um sinnvolle Lederpflege geht:

Je naturbelassener ein Lederteil ist, desto schneller leidet es unter Nässe und Schmutz. Jede offenporiges Lederart hat die Eigenschaft, sich zu verfärben und unschöne Gebrauchsspuren anzunehmen. Nubukleder liebt regelmäßiges Bürsten, Glattleder mit behandelter Oberfläche dagegen kannst Du problemlos auch mal nass abwischen.

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Der ideale Werkstoff für schöne Dinge

Leder gravieren

Leder ist ein wunderbares Material, aus dem Du mit ein wenig Übung und Handfertigkeit kleinere und größere Objekte anfertigen kannst. Zur Herstellung trendiger Lederetiketten beispielsweise benötigst Du - außer einem dünnen Stück Leder - nur einen Cutter, mit dem es sich präzise arbeiten lässt. Und: Unser Mr Beam Lasercutter ist das perfekte Werkzeug zur Umsetzung Deiner Entwürfe in ansprechende Gravuren. Zuschnitte von Leder kannst Du mit unserer Lasermaschine ebenfalls durchführen. 

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