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Leadership - Übersicht zu verschiedenen Führungsstilen

Leadership

Im Jahr 2021 sind ca. 40,9 Millionen Menschen in Deutschland einem Angestelltenverhältnis nachgegangen und hatten täglich Kontakt mit Führungskräften. Führungskräfte begegnen uns in jeder Branche, ob Politik, Wirtschaft oder bspw. in der Pflege und rücken immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit. Damit eine Unternehmensstruktur und die Zusammenarbeit gut funktionieren, brauchen wir Personen, die uns anleiten können und passende Führungsstile nutzen. Doch was zeichnet solche Menschen aus, über welche Skills sollten sie verfügen und welche Führungsstile gibt es überhaupt? Das zeigen wir dir heute in unserem Mr Beam Blogbeitrag.

Was bedeutet Leadership?

Führung (engl. Leadership) bedeutet die bewusste und zielbezogene Einflussnahme auf Menschen. Die Ziele sind dabei meistens deckungsgleich mit denen der Organisation. Durch Führung sollen Vorgesetzte also zusammen mit ihren Mitarbeitenden versuchen, diese Ziele zu erreichen. Beeinflusst wird die Führung durch die Persönlichkeit und das Verhalten der Führungskraft, wobei das Führungsverhalten zusätzlich die Werte und Überzeugungen eines Unternehmens repräsentiert.

Führung ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Verhalten der Mitarbeitenden und sollte daher nicht nur den Unternehmenserfolg im Blick haben (aufgabenorientiert sein), sondern auch die menschliche Komponente, wie z.B. die Zufriedenheit der Mitarbeitenden (mitarbeiterorientiert). 

Führungsstile umfassen dabei all die wiederkehrenden Verhaltensmuster von Vorgesetzten, ihre Grundhaltungen und persönliche Einstellung. Der Führungsstil verrät viel über das Selbstverständnis und das Weltbild einer Führungskraft. 

Welche verschiedenen Führungsstile es gibt, zeigen wir dir hier:

Führung von menschen

Wie viele Führungsstile gibt es?

Es gibt unzählige verschiedene Arten von Führung, Theorien sowie unterschiedliche Bezeichnungen für Führungsstile. So gibt es zum Beispiel auch die Führung von unten, die zeigt, wie Angestellte Einfluss nehmen können, um die Unternehmensziele (nicht die individuellen) zu erreichen. 

Methoden, um Führung von unten zu betreiben, sind: 

  • Sachliche Überzeugung & logische Argumente
  • Vorstellen eigener Ideen & Rat einholen
  • Koalitionen bilden
  • Übergeordnete Instanzen einschalten
  • Legitimation & Verweis auf die eigene Kompetenz

Zu den bekanntesten Führungsstilen zählen:

Infografik Führungsstile

Im Folgenden zeigen wir dir ausgewählte Führungsstile, die besonders gut in den aktuellen Zeitgeist passen. 

 

Welche Führungsstile gibt es?

Die verschiedenen Führungsstile können Unterschiedliches bewirken, weshalb es sich als Führungskraft lohnt, alle einmal anzuschauen und die für sich besten Teile davon auszuwählen. Besonders bekannt sind:

 

Die Führungsstile  nach Kurt Lewin

  1. Autoritär: Die Verantwortung und Entscheidungsgewalt liegen voll und ganz bei der Führungskraft. Respekt oder gar Angst sollen zu Leistung führen. Dadurch herrscht jedoch eine geringe Eigeninitiative. 
  2. Kooperativ/demokratisch: Jede Person wird mit einbezogen, Aufgaben und Verantwortung werden delegiert. Dadurch fördert man die Motivation und die eigene Kreativität. Entscheidungen können jedoch sehr lange dauern.
  3. Laissez-faire: Mitarbeitende haben einen großen Handlungsspielraum. Das fördert die Selbstverwirklichung, bei Problemen greift die Führungskraft jedoch auch nicht ein.

Autoritäre, autokratische Führungsstile gelten mittlerweile als überholt und treten in Unternehmen, die sich um das Wohl ihrer Mitarbeitenden bemühen, kaum noch auf. Ein Ansatz, der den Zeitgeist trifft, ist, verschiedene Führungsstil situationsabhängig zu nutzen. Das ist z.B. beim agilen Führungsstil der Fall:

Agiler Führungsstil

Agiler Führungsstil

Agile Führung ist darauf ausgelegt, sich maximal schnell an die sich immer rasanter verändernde Welt anzupassen. Diese Geschwindigkeit entsteht z.B. durch Globalisierung, Digitalisierung und bessere Kommunikationsmöglichkeiten. Man weiß, dass die Welt im stetigen Wandel ist, jedoch nicht in welche Richtung. Die Fähigkeit, auf diese Ungewissheit angemessen zu reagieren, nennt man Agilität.

Was beinhaltet agile Führung?

  • Mitarbeitendensupport auf Augenhöhe
  • Die beste Lösung für alle finden
  • Offenheit für Neues
  • Planungen und Entscheidungen werden gemeinsam getroffen: Nur grobe Richtungen werden vorgegeben, flache Hierarchien
  • Trial and error: Positiver Umgang mit Fehlern
  • Eine ganzheitliche Betrachtung: Das Große und Ganze sehen
  • Vertrauen ins Team & Aufgaben abgeben
  • Schnelle Entscheidungen: “Eine Entscheidung, die man zu spät trifft ist im Zweifel eine falsche” 
  • Kommunikation: Eine starke Feedbackkultur, Reflexion und Hinterfragen der gewählten Wege & Methoden

Wodurch zeichnen sich agile Leader aus?

Sie passen ihren Führungsstil flexibel an die Situation an. Es können also durchaus auch mal klassische Führungsmethoden zum Einsatz kommen. Agile Führungskräfte finden sich in neuen Situationen gut zurecht, können Unsicherheiten aushalten und denken lösungsorientiert. Glaubenssätze, wie “so hat das bisher immer funktioniert”, sind hier fehl am Platz. 

Wann macht agile Führung Sinn?

  • Wenn die Branche, in der du tätig bist, sich immer schneller verändert und mehr Konkurrenz entsteht
  • Bei einer niedrigen Kundenzufriedenheit
  • Bei neuen Projekten ohne klare Linie 
  • Bei Abteilungen, die Probleme mit ihrem Informationsfluss haben
  • Bei einer hohen Fluktuationsrate der Mitarbeitenden & wenigen Bewerbungen
  • Agil handelnde Unternehmen sind gerade für die jüngere Generation attraktiv 

Transaktionale und transformationale Führung

Führung

Bei den transaktionalen und transformationalen Führungsstilen kontrollierst du die Mitarbeitenden sowohl auf ihrem Weg zur Zielerreichung, als auch bei der tatsächlichen Erreichung von Zielen. Kontrolle meint hier jedoch, dass nur eingegriffen wird, wenn die Mitarbeitenden vom geplanten Weg abweichen (“Management by Expectation”).  Dies wird dann entsprechend belohnt oder bestraft. Hat ein Mitarbeiter bis Ende des Jahres bspw. eine gewisse Anzahl an Produkten verkauft, bekommt er einen Bonus. Der Mitarbeiter hat sich im Rahmen des vereinbarten Ziels angestrengt. 

An diesem Punkt setzt dann die transformationale Führung an.  Darunter versteht man die Anstrengung von Führungskräften, Sinn in der Arbeit zu stiften. Sinnstiftung in der Arbeit ist in den heutigen Zeiten wichtiger denn je zuvor. Es zielt auf die dauerhafte Veränderung (Transformation) der Haltung, Einstellung, Ziele, Werte und Wünsche der Mitarbeitenden auf eine nächsthöhere Stufe ab. Mit dieser Methode schaffst du z.B. einen Anreiz für die “Extrameile” und förderst Kreativität.

Diese Art der Führung ist so erfolgreich, weil sie die Emotionen der Mitarbeiter miteinbezieht. Durch transformationale Führung werden Gefühle von Stolz, Respekt, Enthusiasmus und Optimismus hervorgerufen und vermittelt, was besonders für Mitarbeitende mit Kundenkontakt wichtig ist. Auch die Arbeitszufriedenheit, sowie das Arbeitsklima werden dadurch gestärkt. 

Bei diesem Führungsstil gilt es zu beachten, dass dieses amerikanische Konzept eher zu extrovertierten Personen passt und das Abhängigkeitsverhältnis zu Vorgesetzten verstärken kann. Du solltest also auf eine authentische Führungsart achten.

Ethische Prinzipien in der Führung

Besonders wichtig ist, dass die transformationale Führung ethische Prinzipien berücksichtigt. Transformationale Leader sollten optimistisch, hoffnungsvoll, entwicklungsorientiert und mit einem hohen moralischen Charakter ausgestattet sein. Sie wird daher auch die ethisch gerechtfertigte Führung genannt.

Durch die gehäuft auftretenden Skandale in der Wirtschaft, wächst die Nachfrage nach solch einer ethischen Führung. Auch die dienende Führung zählt zu den ethischen Führungsstilen: 

  • Hier stellst du die Interessen der Mitarbeitenden über die Eigenen,
  • förderst Wertschätzung, 
  • die Entwicklung der Mitarbeitenden,
  • die Gemeinschaft,
  • das Leben von Authentizität
  • und die Aufteilung der Macht. 

Vorgesetzte können durch das Vorleben von aktivem Zuhören, Empathie und Voraussicht als Vorbilder dienen. Dieses Konzept ist besonders in der Dienstleistung erfolgreich.

Ethische Führung wird in die helle und dunkle Seite eingeteilt. 

Die helle Seite umfasst die moralischen Wunschvorstellungen des Führungsverhaltens. 

Die dunkle Seite meint feindseliges Führungsverhalten. Darunter versteht man: 

  • Das häufige Zeigen von geringschätzigem (non-)verbalen Verhalten
  • Führung, die einen dazu bringt, Fragwürdiges zu tun
  • Fragwürdige Methoden der Führung

Leadership

Physische Aggression zählt nicht zu dieser Kategorie. Es ist wichtig auch diese Seite zu betrachten, denn sie kommt nicht selten vor und hat weitreichende Konsequenzen:

  • Ethische Folgen für das gesamte Unternehmen
  • Wahrnehmung und Stigmatisierung der Führungskräfte
  • Negativer Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden
  • Steigende Fehlzeiten oder Kündigungen
  • Wirtschaftliche Kosten für das Unternehmen
  • Auslösen von kontraproduktives Verhalten der Mitarbeitenden
  • Sinkende Arbeitszufriedenheit 
  • Weniger Commitment

 

Auslöser für einen dunklen Führungsstil kann z.B. verschobene Aggression sein: Der oberste Chef lässt seine schlechte Laune an deinem Vorgesetzten raus. Dieser kann nichts gegen ihn sagen und lässt daher seinen Groll darüber am nächsten untergebenen Mitarbeitenden aus. Auch private Stressfaktoren können in verschobener Form an Angestellte ausgelassen werden. 

Was ist also der beste Führungsstil?

Wie so oft, gibt es auch hier kein richtig oder falsch. Passender Führungsstil ist eher das zutreffendere Wort. Wobei es hilfreich ist, sich nicht nur an einem Führungsstil zu bedienen, sondern aus jedem flexibel die Werkzeuge und Methoden zu wählen, die zu einem selbst und zu den individuellen Mitarbeitenden passen. Du solltest deinen Führungsstil je nach Bedürfnissen, Situation, erwünschtem Ergebnis, Persönlichkeit der Beteiligten und Arbeitsweisen anpassen.

Über den Erfolg der verschiedenen Führungsstile entscheidet vor allem die Qualität der Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem. Ein gutes Verhältnis zeichnet sich dabei durch gegenseitiges Vertrauen, Respekt und Verpflichtung aus. Führungskräfte bringen u.A. Ressourcen, Informationen, soziale Unterstützung, Aufgabenerledigung und Aufmerksamkeit mit.  Es ist zudem wichtig, dass du Anerkennung und Wertschätzung sowie Sinnhaftigkeit in der Arbeit stiftest.

Bester Führungsstil

Was macht eine gute Führungskraft aus?

Um den eigenen Führungsstil zu identifizieren, muss jede Führungskraft sich zuerst mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen. Nur, wenn man sich selbst in- und auswendig kennt, kann man auch gut mit anderen interagieren.

Eine Führungskraft hat zudem verschiedene Aufgaben, denen sie gerecht werden muss:

  • Motivieren
  • Fördern und Fordern
  • Informationsvermittlung
  • Empathisch sein
  • Moderation bei Konflikten im Team
  • Organisation: Den Überblick behalten, Delegieren, Ziele und Struktur geben
  • Mitarbeiter- und aufgabenorientiertes Denken: Sowohl die Ziele, als auch die Mitarbeitenden berücksichtigen
  • Evaluieren der Arbeit und Ergebnisse
  • Verantwortung für das gesamte Team übernehmen
  • Ein Zugehörigkeitsgefühl und Teamgeist schaffen
  • Rücksicht auf unterschiedliche Bedürfnisse nehmen

Bei all diesen Aufgaben sollte nie vergessen werden, das Team mit Respekt, Vertrauen und Freundlichkeit zu behandeln. Bezogen auf die Persönlichkeit, wurden in der Forschung bisher Personen mit einer gewissen Intelligenz und Persönlichkeitseigenschaften, wie Gewissenhaftigkeit und einem extrovertierten Charakter, als besonders geeignete Führungskräfte festgestellt. 

Das Gute ist, eine gute Führungsperson zu werden, kannst du lernen.

Coaching

Tipps, wie du deinen passenden Führungsstil findest:

  • Einen Mentor suchen
  • Feedback einholen
  • Regelmäßige Reflexion und Evaluation des eigenen Verhaltens
  • Authentizität
  • Konsistenz in deinem Verhalten (nicht mal so und mal so)
  • Für eine agile Führung: An der eigenen Offenheit gegenüber Neuem arbeiten, “den inneren Schweinehund überwinden”

Wieso ist eine gute Führungskraft wichtig?

Als gute Führungskraft trägst du zur Verbesserung folgender Punkte bei:

  • Betriebsklima
  • Employer Branding: Unternehmensimage und -attraktivität
  • Personalfluktuation
  • Motivation, Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden
  • Unternehmenserfolg

Infografik: Zusammenfassung “Eine gute Führungsperson”

Führungsstile Überblick infografik

Quellenangaben

Nerdinger, F., Blickle, G. & Schaper, N. (2011). Arbeits- und Organisationspsychologie (Lehrbuch mit Online-Materialien) (2. Aufl.). Springer-Lehrbuch. Berlin/Heidelberg: Springer. 
Statista: Statistik Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland

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